Bauchdeckenstraffung
Dr. med. Hausding beantwortet 19 Fragen zur Bauchdeckenstraffung - von Eignung und OP-Technik über Rektusdiastase und Risiken bis zu Heilung, Ergebnis und Kosten. Konkrete Antworten aus der Praxisklinik in Bayreuth.
Einordnung & Eignung
Was ist eine Bauchdeckenstraffung?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Eine Bauchdeckenstraffung ist die Reduktion von überschüssiger Haut und geringem Fettgewebe - zum Beispiel nach einer Schwangerschaft oder einem starken Gewichtsverlust.
Für wen ist der Eingriff geeignet?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Hauptsächlich für Patientinnen, bei denen sich nach einer Schwangerschaft die Haut gedehnt hat und die Bauchmuskulatur auseinandergegangen ist - und zunehmend auch für Patienten nach starkem Gewichtsverlust.
Nach einer Schwangerschaft kann eine Rektusdiastase entstehen, also ein Auseinanderweichen der geraden Bauchmuskeln. Die Folge ist ein vorgewölbter Bauch mit herabhängender, überschüssiger Haut - das sieht nicht nur ästhetisch unschön aus, sondern kann auch zu Problemen wie Juckreiz oder Entzündungen in den Bauchfalten führen.
Auch nach einem starken Gewichtsverlust dehnt sich die Haut oft nicht mehr zurück. Die überschüssige Haut sollte dann entfernt werden.
Wie wichtig ist ein stabiles Gewicht vor der Operation?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Sehr wichtig. Das Gewicht sollte mindestens über sechs Monate stabil sein - als Richtwert plus/minus fünf Kilo.
Der Grund: Wer nach einer Bauchdeckenstraffung wieder stark zunimmt oder schwanger wird - was sich natürlich nicht immer verhindern lässt und bei geplanter Schwangerschaft auch etwas Schönes ist -, bei dem werden die Narben wieder auseinandergezogen. Das kann zu einem unschöneren Narbenbild führen. Und wer nach dem Eingriff noch weiter stark abnimmt, hat erneut das Problem der überschüssigen, schlaffen Haut.
Methoden & OP-Planung
Was ist der Unterschied zwischen der klassischen Bauchdeckenstraffung und der Mini-Abdominoplastik?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Bei der klassischen Bauchdeckenstraffung wird der Schnitt in der Bikini-Falte gelegt und der Bauchnabel versetzt und neu eingenäht. Die Mini-Abdominoplastik kommt mit einem kleineren Schnitt im Unterbauch aus - ohne Versetzung des Bauchnabels.
Die Mini-Abdominoplastik eignet sich, wenn nur im Unterbauch lokal überschüssige Haut vorhanden ist. Abdominoplastik und Bauchdeckenstraffung bezeichnen übrigens denselben Eingriff.
Welche Technik bevorzugen Sie?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Bevorzugt verwenden wir die klassische Abdominoplastik mit einem Schnitt in der Bikini-Falte - so ist die Narbe später vom Bikini verdeckt - und der Neueinnaht des Bauchnabels.
Die Technik kann modifiziert werden: Muss zum Beispiel auch der Schamhügel gestrafft werden, wird die Schnittführung etwas angepasst. Bei sehr viel Gewebe an den Seiten braucht man den Ankerschnitt - dabei wird zusätzlich ein Schnitt in der Mittellinie des Bauchs bis zum Brustbein gesetzt. Diesen versuchen wir jedoch zu vermeiden, weil er mehr Schnitte und damit eine vermehrte Narbenbildung bedeutet. Letztlich wird das bei jedem Patienten individuell entschieden.
Wann müssen die Bauchmuskeln mitbehandelt werden?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Immer dann, wenn eine Rektusdiastase besteht - bei Frauen nach einer Schwangerschaft ist das fast immer der Fall.
Durch die Schwangerschaft werden die geraden Bauchmuskeln nach außen gedrängt und ziehen sich nach der Geburt nicht wieder vollständig zusammen. Die entstandene Faszienplatte raffen wir dann wieder, damit die Bauchmuskulatur dort sitzt, wo sie anatomisch hingehört.
Wann kombinieren Sie die Bauchdeckenstraffung mit einer Fettabsaugung - und wann bewusst nicht?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Das hängt vom Ausgangsbefund ab: Bestehen zum Beispiel an den Seiten oder im Oberbauch lokale Fettpolster, lassen sich diese gut mit einer Liposuktion entfernen.
Bewusst verzichten wir auf die Kombination, wenn unrealistische Vorstellungen bestehen oder wenn die Durchblutung des Bauchlappens gefährdet werden könnte.
Wie stellen Sie sicher, dass die Bauchdecke straff, aber natürlich wirkt?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Entscheidend sind die OP-Planung mit der Anzeichnung am Patienten und die richtige Lagerung während der Operation.
Intraoperativ klappen wir den Patienten etwas ein - wir nennen das Beachchair-Lagerung -, um die Bauchdecke wirklich herunterziehen zu können. Zu stark gestrafft werden darf allerdings nicht: Sonst liegt Zug auf der Narbe, und das kann zu einer verbreiterten Narbenheilung führen.
Risiken & Komplikationen
Welche Komplikationen können auftreten?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Am häufigsten sind ein Bluterguss, eine Nachblutung oder ein Serom - also eine Ansammlung von Wundwasser in der großen Wundhöhle.
Um Wundwasser direkt abzuführen, legen wir in der Operation eigentlich immer Drainagen ein. Bildet sich dennoch Wundwasser, kann es sein, dass wir es punktieren und ablassen müssen. Hinzu kommen die allgemeinen OP-Risiken wie Blutung, Nachblutung, Wundheilungsstörungen, Infekte, Thrombosen und Embolien.
Manchmal tritt eine gewisse Sensibilitätsstörung unterhalb des Bauchnabels auf. Sie regeneriert sich jedoch innerhalb von Wochen bis Monaten.
Gibt es besonders risikoreiche Ausgangsbefunde?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Ja - etwa bei Patienten mit sehr großem Hautlappen nach starkem Gewichtsverlust, bei Rauchern oder wenn noch zu viel Fettgewebe vorhanden ist.
Raucher haben generell eine schlechtere Wundheilung. Und je größer und ausgeprägter der Befund ist, desto schwieriger und risikoreicher kann der Eingriff werden.
Wie oft sind Folgeeingriffe nötig - und was passiert, wenn die Heilung nicht optimal verläuft?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Folgeeingriffe sind sehr selten. Verläuft die Heilung nicht optimal, richtet sich das Vorgehen nach dem Befund.
In der Akutphase optimieren wir die Narbenheilung mit verschiedenen Verbänden oder einer Lasertherapie. Eine Narbenkorrektur führen wir gegebenenfalls nach sechs bis neun Monaten durch.
Ablauf der Behandlung
Wie läuft die Behandlung bei Ihnen ab?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Am Anfang stehen die Vorbesprechung mit Anamnese und körperlicher Untersuchung, dann folgen das OP-Vorgespräch mit ausführlicher Aufklärung und schließlich die Operation in Vollnarkose mit einer Übernachtung bei uns.
Bei der Untersuchung ist ganz wichtig, ob Hernien bestehen - also Ausstülpungen des Darms, zum Beispiel ein Nabelbruch oder ein Narbenbruch nach einem Kaiserschnitt. Gegebenenfalls sind dafür noch ein Ultraschall oder ein CT erforderlich. Außerdem untersuchen wir, ob eine Rektusdiastase besteht.
Im OP-Vorgespräch erläutern wir die Schnittführung und worauf Sie nach der Operation achten müssen. Zusätzlich führen die Narkoseärzte vorab ein telefonisches Gespräch mit Ihnen, um Sie kennenzulernen.
Am OP-Tag erfolgen das Anzeichnen, die Klärung letzter Fragen und die Fotodokumentation des Ausgangsbefunds. Die Operation in Vollnarkose dauert je nach Befund eineinhalb bis drei Stunden. Danach wird ein Bauchgurt angelegt, der das Ergebnis stabilisieren soll, und Sie übernachten eine Nacht bei uns.
Am nächsten Tag werden die Drainagen gezogen. Wenn alles gut ist, wird der Verband gewechselt und Sie dürfen nach Hause.
Wie sichtbar sind die Narben später?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Die Narbe liegt in der Bikini-Falte und ist mit einer Unterhose oder einem Bikini so gut wie nicht zu sehen.
Bei der klassischen Abdominoplastik kommt eine dünne Narbe um den Bauchnabel hinzu. Da auf ihr wenig Zug liegt, heilt sie sehr gut und ist kaum sichtbar.
Heilung & Nachsorge
Wie sieht die Nachsorge aus?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Der Bauchgurt oder ein Kompressionsanzug sollte für sechs Wochen Tag und Nacht getragen werden. Nach zwei Wochen werden die Fäden beziehungsweise Fadenknoten entfernt.
Die Kompression verhindert die Serombildung und stabilisiert das Ergebnis - vor allem nach der Straffung der Rektusdiastase, bei der die auseinandergewichenen Bauchmuskeln wieder zusammengenäht werden. Nach sechs Wochen besteht wieder die Freigabe zur Belastung.
Wann darf ich wieder duschen, Sport treiben und heben?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Duschen ist nach zwei bis drei Tagen möglich, wenn die Wunden stabil sind. Sport sollten Sie sechs Wochen pausieren - und in dieser Zeit auch nicht schwer heben, also nicht über fünf Kilo.
Wie stark sind die Schmerzen nach der Operation?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Es besteht der normale Wundschmerz nach einer Operation. Er lässt sich mit normalen, nicht verschreibungspflichtigen Schmerzmitteln gut einstellen.
Die Bauchdeckenstraffung ist zwar eine große Operation, aber generell keine sehr schmerzhafte.
Ergebnis & Erwartungen
Was ist realistisch erreichbar - und wo liegen die Grenzen?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Realistisch erreichbar ist, dass die Rektusdiastase verbessert wird und wieder ein flacher Bauch besteht.
Eine Einschränkung gibt es bei viel Gewebeüberschuss an den Seiten: Dieser wird von einer Bauchdeckenstraffung unter Umständen nicht mit erfasst, da dafür zusätzlich ein Längsschnitt nötig wäre - den die meisten Patienten jedoch nicht wünschen.
Ist das Ergebnis dauerhaft?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Ja, der Eingriff ist generell komplett dauerhaft - außer es kommt zu einer starken Gewichtszunahme, starken Gewichtsschwankungen oder einer erneuten Schwangerschaft.
Auch bei einer erneuten Schwangerschaft kann wieder überschüssiges Hautgewebe entstehen. Das lässt sich nicht vorhersagen.
Kosten & Krankenkasse
Was kostet eine Bauchdeckenstraffung - und übernimmt die Krankenkasse etwas?'/%3e%3c/g%3e%3c/svg%3e)
Dr. med. Hausding: Die Kosten liegen je nach Umfang der Operation zwischen 5.000 und 9.000 Euro, zuzüglich der Narkosekosten.
Bei uns ist die Bauchdeckenstraffung ein ästhetischer Eingriff - oftmals ohne Mehrwertsteuer, da zusätzlich eine medizinische Indikation besteht, zum Beispiel eine Hernie oder eine Rektusdiastase. Eine medizinische Indikation gibt es vor allem nach starkem Gewichtsverlust, insbesondere wenn bereits eine Voroperation bestand.
Eine komplette Kostenübernahme durch die Krankenkasse ist bei uns jedoch nicht möglich: Wir sind kein Krankenhaus und dürfen so nicht abrechnen. Eine solche Kostenübernahme wird von den Krankenkassen ohnehin nur selten bewilligt.
