Behandlung der de Quervain-Erkrankung in der Praxisklinik Bayreuth

De Quervain

Dr. med. Hausding beantwortet 16 Fragen zur de Quervain-Erkrankung - von Diagnose und konservativer Therapie über den ambulanten Eingriff bis zu Risiken, Heilung und Kosten. Konkrete Antworten aus der Praxisklinik in Bayreuth.

  1. 1. Einordnung & Diagnose
  2. 2. Konservative Therapie
  3. 3. Die Operation
  4. 4. Risiken & Komplikationen
  5. 5. Nachsorge & Heilung
  6. 6. Kosten

Einordnung & Diagnose

Was ist die de Quervain-Erkrankung?

Dr. med. Hausding: Eine Verengung des ersten Strecksehnenfachs, durch das die Sehnen des Daumens verlaufen. Wenn man das Krankheitsbild kennt, ist es klinisch gut zu erkennen und operativ gut zu behandeln.

Die Patientinnen und Patienten klagen meistens über Schmerzen an der Speichenseite unterhalb des Daumens. Vor allem die Bewegung im Daumen ist schmerzhaft. Erkannt wird die Erkrankung klinisch mit verschiedenen Tests und über die Schmerzen über dem ersten Strecksehnenfach.

Warum bleibt die de Quervain-Erkrankung oft lange unerkannt?

Dr. med. Hausding: Die Schmerzen werden häufig mit einer Rhizarthrose - einer Daumensattelgelenksarthrose - verwechselt.

Viele Patientinnen und Patienten haben dadurch einen langen Leidensweg hinter sich. Die Schmerzen werden fehlinterpretiert, es folgen Röntgenaufnahmen, MRT-Untersuchungen oder Schienenbehandlungen, die aber nicht zu einer Besserung führen. Ärzte, die handchirurgisch nicht spezialisiert sind, erkennen das Krankheitsbild oft nicht.

Wird die de Quervain-Erkrankung dann korrekt diagnostiziert und operiert, ist die Verbesserung der Lebensqualität deutlich.

Wie unterscheidet sich die de Quervain-Erkrankung von einer Arthrose?

Dr. med. Hausding: Eine Arthrose ist ein Gelenkverschleiß, der im Röntgen oder MRT sichtbar wird. Die de Quervain-Erkrankung betrifft das Strecksehnenfach und wird klinisch diagnostiziert.

Konservative Therapie

Lässt sich die de Quervain-Erkrankung auch ohne Operation behandeln?

Dr. med. Hausding: Physiotherapie oder eine Kortisoninjektion sind möglich, allerdings haben die meisten Patientinnen und Patienten bei Vorstellung bereits so lange Schmerzen, dass eine Operation notwendig ist.

Eine Kortisoninjektion kann zu einer Ausdünnung der Sehnen führen, weshalb die Sehne nach mehrmaligen Injektionen auch reißen kann. Nach einer einmaligen Injektion ist das allerdings nur selten der Fall.

In welchen Fällen wird von einer Operation abgeraten?

Dr. med. Hausding: Bei sehr milden Formen, bei denen nur ein unangenehmes Gefühl, aber keine Schmerzen bestehen, oder wenn Kontraindikationen für eine Operation vorliegen.

Ein Sonderfall sind schwangere Patientinnen. Durch die Schwangerschaft kommt es zu vermehrten Wassereinlagerungen in den Bändern, was eine de Quervain-Erkrankung auslösen kann. Wenn möglich, sollte die Schwangerschaft und Stillzeit abgewartet werden, weil es häufig zu einer Besserung der Symptomatik kommt. In einer Schwangerschaft wird generell ungern operiert, um das Kind nicht zu gefährden.

Welche Faktoren beeinflussen die Heilung negativ?

Dr. med. Hausding: Rauchen, zu frühe starke Belastungen nach der Operation und Vorerkrankungen sowie ein schlecht eingestellter Diabetes mellitus.

Die Operation

Was geschieht bei der Operation?

Dr. med. Hausding: Das erste Strecksehnenfach wird gespalten und die Sehnen des Daumens mobilisiert.

Über dem ersten Strecksehnenfach wird ein Hautschnitt durchgeführt. Der Hautnerv wird identifiziert und zur Seite gehalten, um ihn zu schonen. Dann wird das Strecksehnenfach längs gespalten und beide Sehnen mobilisiert.

Es kommt häufiger vor, dass das Strecksehnenfach doppelt angelegt ist. In diesem Fall müssen beide Sehnen identifiziert und mobilisiert werden, damit keine der beiden weiterhin Probleme verursacht.

Unter welcher Betäubung wird operiert?

Dr. med. Hausding: Eine Betäubung des Arms reicht aus. Eine Vollnarkose ist möglich, wenn der Patient es wünscht oder eine Regionalanästhesie nicht möglich ist.

Wie läuft der Behandlungsablauf von der Vorstellung bis zur Nachkontrolle?

Dr. med. Hausding: Es beginnt mit einem Vorstellungstermin, gefolgt von der Operation als ambulantem Eingriff und einer Nachkontrolle am nächsten Tag.

Beim Vorstellungstermin erfolgen die Anamnese mit der typischen Symptomatik und die körperliche Untersuchung mit den typischen Schmerzpunkten über dem ersten Strecksehnenfach. Danach wird aufgeklärt.

Am Operationstag wird der Arm betäubt, die Schnittführung angezeichnet und der Eingriff durchgeführt. Die Hautnaht erfolgt mit nicht resorbierbarem Faden, der nach zwei Wochen gezogen wird. Nach einer kurzen Erholungsphase kann der Patient am selben Tag nach Hause gehen. Am nächsten Tag findet die Nachkontrolle statt.

Risiken & Komplikationen

Welche Komplikationen können auftreten?

Dr. med. Hausding: Am häufigsten ist eine Irritation des Hautnervs mit vorübergehenden Sensibilitätsstörungen im OP-Bereich.

Da im Bereich des ersten Strecksehnenfachs ein Hautnerv verläuft, kann dieser durch die Operation kurzzeitig irritiert werden. Das ist nicht selten, geht aber mit der Zeit wieder weg - in der Regel nach mehreren Tagen bis Wochen.

Kann die de Quervain-Erkrankung nach der Operation wiederkommen?

Dr. med. Hausding: Ein Rezidiv ist möglich, aber vermeidbar, wenn das Strecksehnenfach vollständig gespalten wird.

Ein Rezidiv, also ein Wiederauftreten der Symptome, kann entstehen, wenn das Band wieder zusammenwächst oder nicht vollständig durchtrennt wurde. Eine weitere Ursache wäre beispielsweise, wenn ein doppelt angelegtes Strecksehnenfach nicht erkannt und nur eines der beiden gespalten wurde.

Erschwert eine vorherige Kortisonbehandlung den Eingriff?

Dr. med. Hausding: Nein. Eine Kortisoninjektion kann zwar die Sehnen ausdünnen, nach einer einmaligen Injektion ist das aber kein Problem.

Nachsorge & Heilung

Wie lange dauert die Heilung?

Dr. med. Hausding: Es dauert zwei bis drei Wochen, bis wieder volle Kraft und Beweglichkeit verfügbar sind.

Die Fäden werden nach zwei Wochen gezogen. Für starke Belastungen empfehlen wir eine Wartezeit von drei Wochen, moderate und normale Belastungen sind nach ein bis zwei Wochen möglich.

Eine Reizung im Operationsgebiet kann durch die Manipulation an Sehne und Nerven noch zwei bis drei Wochen andauern.

Erhalte ich nach der Operation eine Schiene?

Dr. med. Hausding: Normalerweise nicht. Es wird ein Verband angelegt, der am nächsten Tag auf ein Pflaster umgestellt wird.

Eine Physiotherapie kann sinnvoll sein und wird bei Bedarf von uns verschrieben.

Ist die Erkrankung nach der Operation vollständig geheilt?

Dr. med. Hausding: Wenn das Strecksehnenfach komplett gespalten wird, ist die Erkrankung damit geheilt.

Die Beweglichkeit kann anfangs noch eingeschränkt sein - abhängig davon, wie stark die Sehne entzündet war und wie lange die Beschwerden bestanden haben. Nach zwei bis drei Wochen, gegebenenfalls mit Physiotherapie, sollte sie wiederhergestellt sein.

Kosten

Wird die Operation von der Krankenkasse übernommen?

Dr. med. Hausding: Ja, die Operation wird komplett von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Termin vereinbaren

Wir nutzen Cookies und ähnliche Techniken. Manche brauchen wir, damit die Seite funktioniert. Unsere Besucherzahlen messen wir ohne Cookies auf Grundlage berechtigten Interesses, dem Sie jederzeit widersprechen können. Alles andere bleibt aus, bis Sie einwilligen. Bei den Google-Diensten fließen mit Ihrer Einwilligung auch Daten in die USA, Details dazu stehen in den Einstellungen. Umentscheiden können Sie sich jederzeit über „Cookie-Einstellungen" unten auf jeder Seite. Mehr dazu steht in unserer Datenschutzerklärung.