Fettabsaugung in der Praxisklinik Bayreuth

Fettabsaugung

Dr. med. Heckel beantwortet 24 Fragen zur Fettabsaugung - von Methoden und Ablauf über Risiken und Nachsorge bis zum Lipödem. Konkrete Antworten aus 70 bis 100 Eingriffen pro Jahr in Bayreuth.

  1. 1. Einordnung & Eignung
  2. 2. Methoden & Techniken
  3. 3. Die Operation
  4. 4. Risiken & Komplikationen
  5. 5. Schmerzen & Nachsorge
  6. 6. Lipödem & Kassenleistung
  7. 7. Kosten & Praxis

Einordnung & Eignung

Für wen ist eine Fettabsaugung sinnvoll - und wann raten Sie eher davon ab?

Dr. med. Heckel: Eine Fettabsaugung ist sinnvoll, wenn es sich um lokalisierte Fettdepots handelt, die im Gegensatz zum sonstigen Körperbau stehen. Zum Abnehmen ist sie nicht geeignet.

Es geht dabei um lokalisierte Fettdepots, die sich meistens auch durch Sport oder eine Ernährungsumstellung nicht wegtrainieren lassen - nicht um generalisierte Fettpolster. Wenn der ganze Körper betroffen ist, lässt sich mit einer Fettabsaugung wenig erreichen.

Wer in kurzer Zeit viel Gewicht verlieren möchte, dem sage ich ganz offen: Das funktioniert mit einer Fettabsaugung nicht.

Welche Körperregionen können behandelt werden?

Dr. med. Heckel: Praktisch alle Körperregionen - Beine, Arme, Bauch, Rücken, Gesäß und Hals.

Gibt es Voraussetzungen - und welche Rolle spielt die Hautqualität?

Dr. med. Heckel: Besondere Voraussetzungen gibt es keine. Die Hautqualität schauen wir uns aber vor dem Eingriff genau an.

Wenn die Haut durch Gewichtsschwankungen bereits in Mitleidenschaft gezogen ist, wird sich das mit einer Fettabsaugung allein nicht verbessern lassen. In solchen Fällen kann im Anschluss eine Plasmabehandlung zur Hautstraffung in Frage kommen.

Mir ist wichtig, das vorher klar zu kommunizieren: Die Haut kann sich nur in dem Rahmen verbessern, den der Körper hergibt. Ist sie zum Beispiel mit Dehnungsstreifen vorgeschädigt, wird sich daran auch nach der Operation nichts ändern.

Ist das Ergebnis dauerhaft - oder kommt das Fett wieder?

Dr. med. Heckel: Das Ergebnis ist dauerhaft, wenn Sie anschließend auf Ihren Lebensstil achten. Bei einem dauerhaften Kalorienüberschuss kann das Fett allerdings wiederkommen.

Wird dem Körper mehr Energie zugeführt, als er verbrennt, deponiert er das Fett - und er kann sich dafür auch andere Stellen aussuchen, zum Beispiel den Rücken. Auch wenn im Bauchbereich alles abgesaugt wurde, findet der Körper in diesem Fall schnell neue Stellen.

Prinzipiell lässt sich eine Fettabsaugung unbegrenzt oft wiederholen. Sinnvoll ist das allerdings nicht, wenn die Fettansammlung ernährungsbedingt ist und die Ernährung nicht umgestellt wird. Ich empfehle definitiv, nach dem Eingriff auf den Lebensstil zu achten und einen Kalorienüberschuss zu vermeiden.

Methoden & Techniken

Welche Methoden der Fettabsaugung bieten Sie an?

Dr. med. Heckel: Wir bieten die wasserstrahlunterstützte Fettabsaugung und die Vibrationsmethode an. Ich persönlich bevorzuge die wasserstrahlunterstützte Methode.

Beim Wasserstrahlverfahren löst ein Wasserstrahl die Fettzellen aus dem Gewebe heraus. Bei der Vibrationsmethode werden die Fettzellen durch ein automatisiertes Rütteln der Absaugkanüle zerkleinert, um sie leichter absaugen zu können.

Welche Methode zum Einsatz kommt, entscheiden wir individuell. Für die Patientin oder den Patienten sind beide Methoden sehr schonend; für den Operateur ist die Vibrationsmethode etwas schonender.

Wie stellen Sie sicher, dass die Konturen natürlich wirken?

Dr. med. Heckel: Mit der wasserstrahlunterstützten Methode lässt sich das sehr gut steuern: Ich sehe während der Operation sehr genau, welche Stellen noch nachbearbeitet werden müssen.

Da das Gewebe bei diesem Verfahren nicht vollständig aufgeschwemmt werden muss, lassen sich die Konturen bereits während des Eingriffs präzise beurteilen. So entsteht ein harmonisches Ergebnis, und Dellen werden vermieden.

Gibt es Verfahren, die Sie bewusst nicht einsetzen?

Dr. med. Heckel: Ja. Eine lasergestützte oder schallbasierte Liposuktion setze ich nicht ein.

Bei diesen Verfahren können Wärmequellen entstehen und Hautverbrennungen verursacht werden, die sich meistens nicht einfach korrigieren lassen.

Was ist die Plasmabehandlung - und was unterscheidet sie von der Fettabsaugung?

Dr. med. Heckel: Die Plasmabehandlung ist keine Fettabsaugung, sondern eine reine Behandlung des Bindegewebes mit einem erhitzten Edelgas. Dabei werden keine Fettzellen entfernt.

Das eine ist eine Fettzellenentfernung, das andere eine Hautstraffung durch Beeinflussung des Bindegewebes. Durch die Erwärmung mit dem Edelgas richten sich die Kollagenfasern neu aus - dadurch strafft sich die Haut.

Kann die Fettabsaugung mit einer Straffung oder einem Eigenfetttransfer kombiniert werden?

Dr. med. Heckel: Ja, beides ist möglich. In der Kombination erfolgt zuerst die Fettabsaugung und anschließend die Hautstraffung.

Bei der Kombination mit der Plasmabehandlung wird der Prozess der Hautstraffung, der sonst nur durch Kompression erreicht werden kann, deutlich beschleunigt - die Kompressionsbehandlung verkürzt sich dadurch erheblich. Die Hautstraffung ist grundsätzlich auch ohne vorherige Fettabsaugung möglich; dabei muss allerdings sehr sorgfältig auf die Wärmeentwicklung geachtet werden, um Verbrennungen zu vermeiden.

Auch eine Straffungsoperation lässt sich im Anschluss an eine Fettabsaugung durchführen. Das ist sogar von Vorteil, da es durch die Fettabsaugung deutlich weniger blutet: Bei der Absaugung wird Adrenalin verwendet, dadurch lässt sich blutärmer und schöner operieren.

Ein Eigenfetttransfer ist ebenfalls möglich - zum Beispiel, wenn gleichzeitig eine Brustoperation durchgeführt wird und im oberen Bereich zu wenig Fett vorhanden ist. Dann lässt sich durch den Fetttransfer eine Konturierung beziehungsweise eine Verbesserung des Hautmantels erreichen.

Die Operation

Wie läuft die Behandlung ab?

Dr. med. Heckel: Zuerst untersuchen wir, ob der Eingriff machbar ist, und klären Ihr Risikoprofil ab. Die Operation selbst dauert zwischen ein und zwei Stunden; danach bleiben Sie eine Nacht bei uns.

Beim Risikoprofil prüfen wir zum Beispiel, ob Sie blutverdünnende Medikamente einnehmen oder ob etwas anderes gegen den Eingriff spricht.

Welche Narkose kommt zum Einsatz?

Dr. med. Heckel: Das hängt vom Umfang ab: Die Fettabsaugung ist grundsätzlich in lokaler Betäubung möglich, ich empfehle jedoch, zumindest eine Schlafnarkose damit zu kombinieren.

Eine Schlafnarkose ist für Sie deutlich angenehmer. Bei überschaubaren Bereichen - etwa am Ober- und Mittelbauch, wenn der Eingriff nur rund eine halbe Stunde dauert - kann gut in lokaler Betäubung operiert werden. Bei größerem Umfang ist das nicht sinnvoll; dann kommt die Vollnarkose zum Einsatz.

Wie viel Fett kann abgesaugt werden?

Dr. med. Heckel: Im ambulanten Bereich sollten in einer Sitzung nicht mehr als drei Liter reines Fettgewebe abgesaugt werden.

Andernfalls kann es zusammen mit der verwendeten Flüssigkeit zu kreislauftechnischen Komplikationen kommen. Wie viel Fett tatsächlich entfernt wird, ist individuell verschieden - wichtig ist, diese Obergrenze nicht zu überschreiten.

Risiken & Komplikationen

Welche Risiken hat eine Fettabsaugung?

Dr. med. Heckel: Das größte Problem ist eine Infektion, da die Wundfläche, an der abgesaugt wird, sehr groß ist. Deshalb tun wir alles dafür, dass keine Infektion entsteht.

Dazu gehören eine Antibiotika-Gabe und eine entsprechende Behandlung während der Operation. Mir ist wichtig zu betonen, dass eine Fettabsaugung eine richtige Operation ist - und kein Eingriff, der sich nebenbei in einer Mittagspause erledigen lässt.

Wie häufig kommt es zu Konturunregelmäßigkeiten, Seromen oder Nachblutungen?

Dr. med. Heckel: Zum Glück selten. Sollte doch einmal eine Nachkorrektur nötig sein, lässt sich diese jederzeit durchführen - das ist kein Problem.

Schmerzen & Nachsorge

Wie schmerzhaft ist die Zeit nach der Operation?

Dr. med. Heckel: Die Schmerzen bewegen sich im erträglichen Bereich und sind mit oralen Schmerzmitteln wie Ibuprofen gut beherrschbar.

Wie lange bin ich nach dem Eingriff eingeschränkt?

Dr. med. Heckel: In der Regel etwa zwei Wochen. Arbeits- und gesellschaftsfähig sind Sie meist nach zwei bis drei Wochen.

Duschen ist ab dem zweiten Tag kein Problem.

Wie lange muss ich die Kompressionswäsche tragen?

Dr. med. Heckel: In Kombination mit der Plasmabehandlung reicht die Kompressionswäsche meistens sechs bis acht Wochen.

Die Kompressionswäsche erhalten Sie im Sanitätshaus.

Wann darf ich wieder Sport treiben?

Dr. med. Heckel: Sofort. Je mehr Sport und Bewegung, desto besser verläuft die Heilung.

Durch die Bewegung werden unter anderem die Schlackenstoffe besser abtransportiert, die nach dem Eingriff noch im Gewebe vorhanden sind.

Sind Blutergüsse nach der Operation normal?

Dr. med. Heckel: Ja, Blutergüsse sind völlig normal - auch in Bereichen, die gar nicht behandelt wurden.

Das Blut folgt der Schwerkraft und sackt nach unten, sodass Blutergüsse auch in anderen Körperbereichen sichtbar werden können. Darüber müssen Sie sich keine Sorgen machen.

Nach der Operation kommen Lymphdrainagen und eine entsprechende Gewebebehandlung zum Einsatz, zum Beispiel Vibrationsmassagen.

Lipödem & Kassenleistung

Was ist ein Lipödem?

Dr. med. Heckel: Ein Lipödem ist eine krankhafte Fettverteilungsstörung, die in verschiedene Schweregrade eingeteilt wird.

Es handelt sich um eine Kombination aus einer lokalisierten Fettansammlung und einer Behinderung des Lymphabflusses. Ein Lipödem geht meistens mit starken Schmerzen einher.

Wie hilft eine Fettabsaugung beim Lipödem?

Dr. med. Heckel: Wird das Fettgewebe abgesaugt, verbessert sich der Lymphabfluss wieder - und damit bessern sich auch die Schmerzen.

Ob sich ein Lipödem komplett beheben lässt, hängt vom Stadium ab. Manchmal ist das möglich, in den meisten Fällen erreichen wir eine Verbesserung - zum Beispiel von Stadium 3 auf Stadium 2 oder 1.

Bei einem wirklich ausgeprägten Lipödem reicht eine einzelne Operation in den meisten Fällen nicht aus. Wie viele Eingriffe nötig sind, lässt sich pauschal nicht sagen.

Übernimmt die Krankenkasse die Kosten beim Lipödem?

Dr. med. Heckel: Die Liposuktion ist beim Lipödem in den Stadien 1 bis 3 als Behandlungsmethode anerkannt und damit in sehr vielen Fällen eine Kassenleistung.

Die Voraussetzung ist, dass vorher eine entsprechende Behandlung erfolgt ist, die keinen Erfolg gebracht hat - also Kompressions- und Lymphmassagen beziehungsweise Lymphdrainagen. Zudem darf die Diagnose nicht vom Operateur gestellt werden, sondern muss von einem anderen Arzt kommen. Unter diesen Voraussetzungen kann die Liposuktion über die Krankenkasse abgerechnet werden.

Kosten & Praxis

Was kostet eine Fettabsaugung?

Dr. med. Heckel: Die Kosten liegen zwischen 2.000 und 8.000 Euro - abhängig von der Menge und vom Arbeitsaufwand. Das muss individuell beurteilt werden.

Ob eine Fettabsaugung ein ästhetischer Eingriff ist, hängt vom Einzelfall ab: Bei einer krankhaften Veranlagung ist sie es nicht. Ansonsten handelt es sich um einen ästhetischen Eingriff - dieser ist mehrwertsteuerpflichtig, und eine Krankschreibung ist nicht möglich.

Wie viele Fettabsaugungen führen Sie pro Jahr durch?

Dr. med. Heckel: Ich führe etwa 70 bis 100 Fettabsaugungen pro Jahr durch.

Bei Gynäkomastie-Behandlungen sind es etwa 10 bis 15 pro Jahr.

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